Der 2. Weltkrieg zerstörte wieder
diesen hoffnungsvollen Aufbau unserer Rasse in
Deutschland.
Die Zucht mußte nun ab 1947 neu aufgebaut
werden...Die
erneute Geburt der Bordeauxdogge in Deutschland
Der Zwinger vom
Üderhof (August Kottler) erhielt
in der Nachkriegszucht große Bedeutung: Aus der
Verpaarung Allons von der Trenk (Anka von
Wuppertal / Dandy vom
Landhaus Markersdorf) mit Betty von Schlesien (Anka von
der Mundsburg
/ Dandy vom Landhaus Markersdorf) fiel der B-Wurf vom
Üderhof:
Die Hunde Bob und Bummel verblieben bei Herrn Kottler, die
Hündin Bella wechselte in den Zwinger vom
Lindenhof (Platow) über. Aus der Inzestpaarung Bob und Bummel vom
Üderhof fiel
am 22. August 1947 der D-Wurf vom Üderhof - Dandy ging zu L.
Kaminiarz nach Herne und Dina wechselte in den Zwinger von
der Wolfsburg (A. Jansen,
Bremen).
Da Dina aus einer
Inzestverpaarung stammte und sichtbaren
Substanzverlust für die Rasse zeigte (51 cm
hoch), sieht Jansen keine andere Möglichkeit
für die Rasse als die Einkreuzung neuen Blutes,
da eine erneute Inzestverpaarung mit dem
Wurfbruder Dandy ausgeschlossen schien, ein
verbliebener Rüde in der nähe der belgischen
Grenze, welcher F. Scheirmann noch bekannt war,
erlag leider einem tödlichen Unfall).
So wurde mit
Genehmigung des VDH und der Mithilfe von
Hans Glockner
(Bernhardinder-Züchter und späterer
Bordeauxdoggen-Spezialrichter) eine Verpaarung
mit dem Bernhardiner-Rüden Marko vom
Krongut
durchgeführt, aus der ein 7-er Wurf hervorging.
Die Hunde Brutus, Bessy und Bianka von der
Wolfsburg
gingen weiter in die Zucht ein. Durch dieses neu
hinzgefügte Blut der ruhigen, liebenswerten
Bernhardiner wurde auch das ruhige, gelassene
Wesen der Bordeauxdogge noch weiter positiv
beeinflußt.
Am 07.08.1951 fiel
bei J. Rösch, Bremen der B-Wurf
von Niedersachsen (4,3) aus Brutus und
Bianka von der Wolfsburg. Aus dieser Verpaarung fallen die
spätere Weltsiegerin 1956 Bessy von
Niedersachsen
und Bella von Niedersachsen.
Die Hündin Bessy von
der Wolfsburg
wechselte nach dem Krieg in den Zwinger von
der Trenk (M. Schmitz),
wo sie 5 oder 6 mal zur Zucht verwendet wurde -
leider wurden hier vermutlich weitere
Einkreuzungen vorgenommen - M. Schmitz war
gleichzeitig Zuchtbuchführer des Vereins.
1951 gelingt es L.
Heppendorf den Rüden Athos de
Fénelon (Pach / Sara) zu importieren, der
zweimal mit Bessy von der Wolfsburg gepaart wurde (F- und
G-Wurf von der Trenk). Feodora ( siehe
Bild) und Gordon von Trenk wurden im Jahr 1955 in
Düsseldorf Bundessieger (es waren 1 Rüde und 3
Hündinnen anwesend).
Der Bundessieger
1957 Diogenes von
Nordniedersachsen (Bes. M. Jensen) fiel aus der
Verpaarung von Bessy von Niedersachsen und Athos de
Fénelon.
Rösch hatte einen konsequenteren und nicht so
experimentierfreudigen Zuchtstil wie Schmitz und
verwendete seine erfolgreichen Hunde Bessy und
Diogenes konsequent in seiner Zucht. Der aus der
Verbindung Bessy und Diogenes stammende Honneur von
Niedersachsen
wechselte in den Zwinger "de
Fénelon" zu M. van Cappel
nach Frankreich (LOF 608).
Der K-Wurf von
Niedersachsen fällt im Jahr 1965 aus Ingo von
Niedersachsen
(Bundessieger 1959,1961,1963) und Lancée des
Démons Noirs
(einer Schwarzmaskenhündin aus Frankreich). Kronprinz
von Niedersachsen ist wohl der erfolgreichste Sproß
aus diesem Wurf.
...
wird fortgesetzt
Sicherlich haben Sie
beim Lesen festgestellt, daß die Bordeauxdogge -
die zwar erst richtig durch den Kinofilm
"Turner + Hutsch" bekannt wurde - eine
seit langer Zeit beliebte Rasse in Deutschland
ist. Im Jahre 1999 feierten wir bereits 90 Jahre
anerkannte Bordeauxdoggen-Zucht in Deutschland.
Ein paar Jahre früher - dann wäre die Rasse
länger in Deutschland offiziell bekannt als eine
uns wohlbekannte "deutschere" Rasse !!!
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