Bordeauxdoggen im Dienst

Ich schreibe diesen Brief für die Bordeauxdogge, die, wie ich höre, in Deutschland systematisch ausgerottet wird, weil sie bedrohlich aussieht und nach Meinung des Staates diese Rasse zu denen gehört, die als allgemeine Gefahr für die Bevölkerung gelten.

Die Tatsache ist das die Bordeauxdogge zu den "seltenen" Rassen gehört. Die Mehrheit in der Welt weiß gar nicht, dass diese Rasse existiert, geschweige denn von der Disposition dieser Rasse. Die Bordeauxdogge ist ein verborgener Schatz.

  1. Sie sind nicht als Beißer bekannt bei den Züchtern oder bei denen die sie als Haustier anschaffen.
  2. Meine beiden Bordeauxdogen und auch die von anderen Leuten die ich kenne sind unglaublich tolerant mit kleinen Kindern - so sehr, das ich nicht zweifeln würde, meine Bordeauxdoggen mit einem Neugeborenen allein zu lassen.
  3. Auf die eine oder andere Weise wissen meine Bordeauxdoggen immer genau wie heftig sie mit Kindern und/oder Erwachsenen spielen können. Je größer / älter der Partner, je heftiger das Spiel.
  4. Der Rüde wiegt 61 kg und wog schon bis zu 69 kg. Wenn er spielt, dann hört sich das an als wollte er dir das Herz rausreißen, aber er und auch die Hündin werden nur das Maul um dich legen wie sehr sie auch im Spiel angreifen - sie haben noch niemals bei irgendjemandem Druck ausgeübt. Das einzige Übel mit dem Rüden ist, das er nicht weiß, wie groß er ist – daher wird das Spiel mit ihm immer öfter zum Spiel mit dem wilden und abgedrehten Hund.
  5. Meine Bordeauxdoggen, wie auch die, die ich kenne, sind weder Kläffer noch Heuler. Sie bellen nur, wenn es einen Grund dafür gibt und stellen das Bellen schnell wieder ein im Gegensatz zu den meisten anderen Hunden.
  6. Sie sind schnell stubenrein und werden sich schon melden wenn sie raus müssen. Ich lasse meinen Rüden meist zu Hause wo er sich größtenteils im Haus aufhält. Wenn ich nach Hause komme – nie hat er drinnen etwas gemacht.
  7. Sie sind keinesfalls von Natur aus zerstörerisch veranlagt - die schlimmsten Zerstörungen sind die Löcher in unserem Garten. Der Rüde arbeitet an einem Tunnel nach China und die Hündin nenne ich oft "Grabenhündin". Oft spiele ich mit dem Gedanken sie zu vermieten um kleine Gräben für Sprenkelanlagen zu graben. Noch nie haben sie versucht aus dem Garten rauszukommen aber wenn sie dann mal rauskamen, wenn das Gartentor nicht richtig geschlossen war, blieben sie beim oder in der Nähe des Hauses.
  8. Es ist äußerst selten das einer meiner Hunde vom Tisch, aus dem Müll oder von der Anrichte stiehlt. Beute ist nur was auf dem Boden liegt. Ich muss ihnen nur einmal sagen das was vor den Kindern beim Fernsehen auf dem Boden liegt nur für die Kinder ist.

Ich könnte noch viel erzählen über ihre süße Natur und wie vertrauenswürdig sie sind. Da ist eine einzigartige Sache die ich bei meiner Hündin feststellte, die ich von nun an Sadie nenne.

Ich war krank und hatte Mühe mit den alltäglichen Bewegungen, wodurch es notwendig war, das man 24 Stunden nach mir schaute. Sadie, durch Training und dadurch das sie 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr mir zur Seite stand, gab mir die Freiheit zurück, die ich durch meine Krankheit verlor. Sie war mein Schatten, mein Beschützer, Begleiter und bester Freund (mit Ausnahme meiner Frau mit der ich seid 28 Jahren zusammen bin).

Sadie war ein schneller Lerner, denn meist nur mit wenigen Wiederholungen während Trainingsübungen lernte sie. Sie fühlte in mich hinein, denn oft wenn ein Anfall kam, dann wusste sie es schon vor mir. Es sind keine schweren Anfälle, aber sie schränken mich erheblich ein in meinen Bewegungen, meinem Vorankommen und meinem Einschätzungsvermögen. Dies kam oft vor.

Sadie schubst mich an der Schulter oder am Knie wenn wir im Wagen waren. Ich lernte schnell das sie mein Frühwarnsystem war und sie zog meine Aufmerksamkeit auf sich bis der Anfall vorüber war. Sie gibt mir Sicherheit wenn ich fahre denn dann habe ich ausreichend Zeit anzuhalten bis der Anfall vorüber ist.

Was so unglaublich einzigartig an ihr ist, ist die Tatsache das die meisten ihrer Reaktionen und Aktionen nicht angelernt waren, sie waren in der Natur des Hundes. Sadie war etwas ganz besonderes und ihre Rasse sollte der Welt willkommen sein um dem Menschen zu dienen, nicht um den Menschen anzugreifen oder zu verletzen. Weil die Bordeauxdogge so stark und kraftvoll ist, ist sie ein ausgezeichneter Hund für Menschen meiner Krankheit, da sie es schaffen, jemanden der einen Anfall hat zu kontrollieren und bis der Anfall vorüber ist, am Boden zu halten.

Bevor Bordeauxdoggen weiter ausgerottet werden, möchte ich wärmstens empfehlen etwas über die Rasse zu lernen oder sogar besser, einige Zeit in verschiedensten Situationen mit Vertretern dieser Rasse zu verbringen. Dann werden auch sie entdecken das sie in der Tat der verborgene Schatz der Hundewelt sind.

Hochachtungsvoll,
Bill Hackett (U.S.A.)

Herzlichen Dank an Jürgen Müller, der sich die Zeit genommen hat, uns die Mail von Mr Hackett zu übersetzen.
Bill Hackett schrieb uns diese Zeilen, als er erfuhr, wie die Bordeauxdogge in diesem Land reglementiert wird.